Frühling


Unterwegs im Reich der „Regenmollis"

(Foto: Annelore Schneider)
(Foto: Annelore Schneider)

Die „naturkundliche Wanderung zur Lillachquelle“  unter Leitung von Thomas Baum - Nägel führte die knapp 20 Teilnehmer von Weißenohe / Dorfhaus bis zur Quelle der Lillach; der Rückweg zum Ausgangspunkt ging über den Teufelsgraben. Schwerpunkt der kleinen Exkursion waren die Geologie und der Feuersalamander. Passend dazu herrschte „Salamanderwetter“, d.h. es war recht kühl, windstill und nach einem leichten Frühregen zudem so feucht, wie es der Salamander liebt.

An geeigneten Stellen erhielten die sehr konzentrierten und interessierten Teilnehmer Informationen v.a. zu den beiden Exkursionsschwerpunkten. Zur Veranschaulichung wurden geologische Karten, Gesteinsproben, Salamandermodelle, Lurchi - Hefte und Abbildungen eingesetzt. Unbestrittener Höhepunkt waren aber zwei leibhaftige Feuersalamander, die der Gruppe gleich zu Beginn der Wanderung begegneten (ein Exemplar dabei mit einer Mischung aus Streifen – und Fleckenzeichnung, exakt nach Körperhälften geteilt!). Aber auch Salamanderlarven mit Kiemenbüscheln nebst typischen Nahrungstieren konnten dank des Einsatzes der Familie Eichler aus Sollenberg präsentiert werden. Im Folgenden sollen die einzelnen Stationen kurz stichpunktartig umrissen werden:

  1. bei Kloster Weißenohe: Turmfalkenkasten im Turm, Schwalbenbretter unter dem Torbogen, Mauerseglernistkästen an der Brauerei
  2. Dorfhaus: Fränkische Alb als Teil der schwäbisch - fränkischen Schichtstufenlandschaft  –  Zeugenberge (Walberla)  – Schichtenfolge mit schwarzem, braunem und weißem Jura  – Situation an der Stufenfront
  3. Eschenschluchtwald  –  Weiheranlagen mit dem Problem von Schadstoffeinträgen
  4. Feuersalamander: Überlebensstrategien, Verbreitung, Metamorphose, Lebensweise
  5. Sinterstufenbildung als Folge von Kalklösung und späterer -ausfällung; Einfluss von Druck, Temperatur und Moosen; Verkarstung und Karstquellen
  6. Problematik von Nährstoffeinträgen durch die Landwirtschaft auf der Albhochfläche; Problempflanzen z.B. asiatisches Springkraut; geringe Filterwirkung der Kalkklüfte
  7. Quellaustritt: Schichtquelle, Karstquelle
  8. alter Kalkabbau im weißen Jura, jetzt bewaldet; gebankte Kalke; Versturzblöcke im Bereich des Teufelsgrabens
  9. Aufschluss am Weg: unter Weißjura Formation des braunen Jura (Eisensandstein); Verbraunung durch Oxidation; Korngröße des Sandsteins als Hilfsmittel zur Rekonstruktion des Flachwasserküstenverlaufs zur Entstehungszeit

Abschließend bestand noch die Möglichkeit zur Einkehr, was von einigen Exkursionsteilnehmern auch genutzt wurde. Der Termin erwies sich insgesamt als günstig (Vegetationsentfaltung, Wasserführung der Lillach, Absetzzeit der Feuersalamanderlarven).

(Fotos: Annelore Schneider)

(Foto: Annelore Schneider)
(Foto: Annelore Schneider)
(Foto: Annelore Schneider)
(Foto: Annelore Schneider)

Vogelstimmen im Reichswald

Rotkehlchen (Foto: Annelore Schneider)
Rotkehlchen (Foto: Annelore Schneider)

Vogelstimmenwanderung im NSG Tennenloher Forst

 

Michael Bokämper erklärte ausführlich, an welchen Merkmalen man die Vogelstimmen der einzelnen Arten in verschiedenen Lebensräumen erkennt. Die Wanderung begann im Wald, wo z.B. Sing- und Misteldrosseln, Rotkehlchen, Zilpzalps und Haubenmeisen gehört und teilweise auch gesehen werden konnten. Am Rand der offenen Flächen des Wildgeheges konnte leider keine Heidelerche gehört werden (vermutlich brüten sie schon), dafür konnten z.B. Buchfinken, die zuvor im Wald schon vermisst wurden, beobachtet werden. Hier waren auch zahlreiche Rufe von verschiedenen Fitis-Exemplaren zu hören. Zum Abschluss ging es durch das Naturwaldreservat Böhmlach. Hier wird keine Fortwirtschaft mehr betrieben, daher bieten viele alte Bäume hervorragende Nistmöglichkeiten für Spechte. Zu sehen bekam die Gruppe leider keinen, ein Schwarzspecht konnte an seinem "glü-glü-glü-Ruf" aus der Ferne erkannt werden. Michael Bokämper nutzte die Gelegenheit, um den Unterschied zu zwei anderen Spechtarten zu erklären. So hört sich der Vogel des Jahres, der Grünspecht, eher lachend, der Grauspecht hingegen eher weinend an, während der Schwarzspecht in der Tonhöhe nicht abfällt. In diesem Waldstück konnten schließlich noch unter anderem Erlenzeisige, eine Weidenmeise (bzw. Sumpfmeise), eine Schwanzmeise und Zaunkönige gehört bzw. beobachtet werden. Nach ca. drei Stunden war die abwechslungs- und lehrreiche Veranstaltung beendet.


Wo Schnepfen streichen und Ziegenmelker schnurren

Ein naturkundlicher Abendspaziergang der Kreisgruppe Erlangen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) in den Tennenloher Forst war zwei besonderen Vögeln gewidmet – der Waldschnepfe und dem Ziegenmelker. Beide haben ein tarnfarbenes Gefieder, sind dämmerungs- bzw. nachtaktiv und zeigen zur Zeit ihr typisches Balzverhalten.

Julia Krüger und Dr. Wolfram Schulze führten die 25 Teilnehmer zunächst zum ehemaligen Panzerschießstand. Hier konnte bei Sonnenuntergang der Balzflug der Schnepfen, der sogenannte „Schnepfenstrich“, beobachtet werden. Dabei fliegen die männlichen Schnepfen in Höhe der Baumkronen die Waldränder entlang, wobei sie ihren „Stecher“, den langen Schnabel, schräg nach unten halten. Mit diesem stochern sie auch bei der Nahrungssuche im Boden.

Nach Einbruch der Dunkelheit ließ sich dann auf dem weiteren Weg der Gruppe entlang der Wildpferdeinzäunung der erste Ziegenmelker mit seinem charakteristischen Schnurren vernehmen. Die „Nachtschwalbe“, wie er noch genannt wird, fängt mit ihrem weit geöffneten Kescherschnabel Insekten im Flug. Das Gebiet des Nürnberger Reichswaldes beherbergt bayernweit die größten Bestände dieses vom Aussterben bedrohten Vogels. Nach Abzug der US-Armee vor 20 Jahren sorgen nun Wildpferde für die Offenhaltung und damit Erhaltung des Ziegenmelker-Lebensraumes. Einige weitere akustische Ortungen dieser Nachtvögel und sogar eine kurze Sichtung gelangen, dann machte sich die Gruppe auf den Rückweg.

Immer wieder wurde der Naturgang durch Beobachtungs- und Horchhalte unterbrochen, bei denen die Exkursionsleiter auf Vögel oder deren Lautäußerungen hinwiesen und Wissenswertes vermittelten. Neben vielen Buchfinken und etlichen Goldammern konnten die Naturinteressierten z.B. noch das Flöten des Pirols hören bzw. die überaus seltene Heidelerche auf kurze Distanz beobachten.


Geologie und Botanik am Hetzleser Berg

Vor allem die Exkursionsteilnehmerinnen glänzten mit botanischen Kenntnissen. (Foto: Annelore Schneider)
Vor allem die Exkursionsteilnehmerinnen glänzten mit botanischen Kenntnissen. (Foto: Annelore Schneider)
Weithin bekannt sind die großen Bärlauchvorkommen am Hetzleser Berg. (Foto: Annelore Schneider)
Weithin bekannt sind die großen Bärlauchvorkommen am Hetzleser Berg. (Foto: Annelore Schneider)
Höhepunkte der Exkursion waren die prächtigen Orchideen. (Foto: Annelore Schneider)
Höhepunkte der Exkursion waren die prächtigen Orchideen. (Foto: Annelore Schneider)
Unübersehbar verabschiedet sich die Fichte im Zuge des Klimawandels vom Hetzles, aber auch aus Franken insgesamt. (Foto: Annelore Schneider)
Unübersehbar verabschiedet sich die Fichte im Zuge des Klimawandels vom Hetzles, aber auch aus Franken insgesamt. (Foto: Annelore Schneider)

Am letzten Sonntag im April führte eine Exkursion der Kreisgruppe Erlangen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) auf den Hetzleser Berg. Carsten Schlegel und Thomas Baum- Nägel hatten als Schwerpunkte die geologischen Verhältnisse, die Vegetation sowie die Wallanlagen dieses einzigartigen Halbzeugenberges vor der Stufenfront der Frankenalb ausgewählt. Mithilfe von geologischen Karten konnte die Gruppe die einzelnen Schichten des oberen Hangabschnittes zuordnen: Auf den mit Wald bestandenen Eisensandstein folgt eine flachere Wiese im Ornatenton, bevor die Malmkalke in einer wieder bewaldeten Steilstufe bis zur Hochfläche des Hetzles ansteigen. An der Hangkante führte der Weg dann entlang des Naturschutzgebiets bis vor zum Bergsporn. Hierbei verströmte der bodendeckende Bärlauch seinen markanten Knoblauchgeruch.

 

 

Carsten Schlegel erläuterte verschiedene Anpassungen von Frühblühern, z.B. der Frühlingsplatterbse, an die Lichtverhältnisse. Manche dieser Frühblüher durchlaufen bereits vor dem Austreiben der Baumblätter ihren gesamten Vegetationszyklus. Botanische Höhepunkte waren Orchideen wie das Blasse Knabenkraut oder das Brandknabenkraut. Ins Auge fiel auch der Unterschied der Vegetation zwischen den Magerstandorten und den viel eintönigeren gedüngten Wiesen. Dass die Fichte mit ihren flachen Wurzeln den Klimawandel nicht mitmacht, war allerorten festzustellen. Weißtanne und Kiefer hingegen können mit ihren Pfahl- bzw. Herzwurzeln bestehen.

 

 

Am Sporn des Berges wurde dann die zeitliche Stellung der eindrucksvoll erhaltenen Abschnittswälle diskutiert, einschließlich der nicht auszurottenden Legende von einer Burg Breitenstein.

 

 

Insgesamt wurde deutlich, dass die alte Kulturlandschaft auf und um den Hetzles einen ganz eigenen Reiz hat. Sie bedarf aber einer ständigen Pflege, vor allem wenn die alten Wirtschaftsformen, die diese Landschaft mit geprägt haben, inzwischen aufgegeben sind. Das gilt zum Beispiel für den Niederwaldbetrieb, bei dem die Bäume alle 15 Jahre zur Brennholzgewinnung auf den Stock gesetzt wurden und danach ihre typischen Stockausschläge hervorbrachten. Genauso landschaftsprägend aber sind die vielen Kopfeichen, die bis zur Mitte des 20. Jahrhundert regelmäßig gekappt wurden, um aus der Rinde der Äste Gerblohe zu gewinnen. Mithilfe dieser Lohe stellte man dann lederne Antriebsriemen für die Maschinen der umliegenden Städte her. In einem mehrjährigen Projekt werden durch den Landschaftspflegegverband die entsprechenden Pflegeschnitte an den Eichen durchgeführt.

 

 

Erfreulich war die Ausdauer der Exkursionsteilnehmer, die sich trotz der herbstlich anmutenden Wolkenschwaden auf dem mehrstündigen Naturgang interessiert austauschten.


Sommer


Gebäudebrüterexkursion

Mehlschwalbennester in der Innenstadt (Foto: E. Schmidt)
Mehlschwalbennester in der Innenstadt (Foto: E. Schmidt)
Eine Mehlschwalbe sammelt Nistmaterial. (Foto:A. Schneider)
Eine Mehlschwalbe sammelt Nistmaterial. (Foto:A. Schneider)

„Erlangen zwitschert“ – unter diesem Motto stand eine Exkursion des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) zu den Gebäudebrütern der Stadt Erlangen.

E. Schmidt stellte hierbei das gleichnamige Projekt der LBV- Kreisgruppe Erlangen- Höchstadt vor. Ziel ist die Erfassung von Gebäudebrütern, der Schutz bestehender und die Schaffung neuer Nistmöglichkeiten sowie eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

Gleich am Startpunkt des Rundgangs, dem Altstädter Kirchplatz, konnte Schmidt den ca. 15 Teilnehmern das Wanderfalkenpaar auf dem Kirchturm präsentieren. Der Weg führte weiter über Schiff- und Kuttlerstraße zur Hauptstraße, mit Blick jeweils auf die an einigen Gebäuden angebrachten Kunstnester für Mehlschwalben. Am Hugenottenplatz waren dann um die Neustädter Kirche Mauersegler und  Turmfalken zu beobachten. Vom oberen Parkdeck der Arkaden konnte die Gruppe schließlich durch das Spektiv einen jungen Wanderfalken auf dem Nistkasten am Turm der Erlanger Stadtwerke betrachten. Die beiden Kästen werden gegenwärtig von den Falken aber nur als Aussichts- und Rupfplatz genutzt. Zum Abschluss der kleinen Tour bot sich der Gruppe noch eine Fütterungsszene: Im Parkhaus bei der Henkestraße hatten die jungen Rauchschwalben bereits das Nest verlassen und wurden auf einem Lüftungsrohr von den Altvögeln gefüttert.

Die interessierten Teilnehmer erfuhren, dass viele Gebäudebrüter auf Nischen und Mauerausbrüche angewiesen sind, die aber bei Sanierungsarbeiten oder beim Ausbau von Dachgeschossen häufig verschwinden. In diesen Fällen sollte unbedingt der LBV oder das Umweltamt informiert werden. Denn Lebensstätten von Vögeln, Insekten und Säugetieren, die am Gebäude leben, sind ganzjährig geschützt, also auch dann, wenn z.B. die Mauersegler gerade in Afrika weilen. Die Exkursion machte deutlich: Einen Beitrag zum Artenschutz kann man auch in der Stadt leisten. Und: Ein Blick nach oben zeigt eine ganz neue Facette einer vermeintlich altbekannten Stadt.

Informationen zum Thema unter: http://gebäudebrüter-erlangen.de


Herbst


Herbstzeit ist Zugzeit – Kommen und Gehen an den Mohrhofer Weihern

Exkursion rund um die Mohrhofer Weiher (Foto: Annelore Schneider)
Exkursion rund um die Mohrhofer Weiher (Foto: Annelore Schneider)

Zu einer vogelkundlichen Exkursion rund um die Mohrhofer Weiher konnte Dirk Löwing von der Kreisgruppe Erlangen- Höchstadt des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) über 20 Teilnehmer begrüßen.

Die Jahreszeit ließ auf einige Nahrungsgäste auf dem Weg ins Winterquartier hoffen, da der Herbstzug gegenwärtig in vollem Gange ist. Zunächst zeigten sich aber nur die „üblichen Verdächtigen“ – Graureiher und Silberreiher, daneben Mehl- und Rauchschwalben und ein Grünspecht. Mit gezielten Hinweisen zu Größe, Haltung, Gefieder und Lautäußerungen erläuterte Exkursionsleiter Löwing die Erkennungs- bzw. Unterscheidungsmerkmale dieser Arten, so dass auch ungeübtere Teilnehmer an die Vogelbeobachtung und –bestimmung herangeführt wurden. Dann stieg schlagartig die Spannung: Ein seltener Baumfalke kurvte in rasantem Jagdflug hinter einer Libelle her. Kaum war er den Blicken entschwunden, tauchte am Himmel ein durchziehender Fischadler auf und hielt rüttelnd über einem der Weiher Ausschau nach Beute. Weitere Greifvogelarten führten ihren jeweils charakteristischen Flugstil vor: Ein Rohrweihenweibchen gaukelte im niedrigen Suchflug mit v-förmig gehaltenen Flügeln den Schilfsaum entlang, während ein Rotmilan in der einsetzenden Thermik wie ein Drachen am Himmel kreiste. Schwierigere Fälle führten zu angeregten Diskussionen: Ist das jetzt ein Wespenbussard oder doch nur ein gewöhnlicher Mäusebussard?

Bei den einfliegenden Entenarten gab Löwing ebenfalls Bestimmmungstipps, verband Wissensvermittlung mit methodischen Hinweisen. So lassen sich z.B. anhand verschiedener Größenklassen und des farbigen „Spiegels“ auf den Flügeln die einzelnen Arten eingrenzen. Die Gruppe konnte mithilfe von Fernglas oder Spektiv im direkten Vergleich Stockenten, aber auch Löffel-, Schnatter-, Tafel-, Krick-, und Kolbenenten studieren. Im Zweifelsfall wurden einschlägige Bestimmungsbücher zu Rate gezogen.

Auf den Schlickflächen einiger abgelassener Teiche wären dann eigentlich Limikolen, d.h. Watvögel wie die Bekassine zu erwarten gewesen. Auch wenn hier die Bühne leider leer blieb, gingen am Ende doch Anfänger wie Fortgeschrittene mit einer Fülle an Beobachtungen nach Hause. Die Palette reichte dabei vom außergewöhnlich gescheckten Graureiher über einen Purpurreiher bis hin zu einer rastenden Trauerseeschwalbe oder einem Laubfrosch am Wegrand. Aber es ist Zugzeit, und morgen kann schon wieder alles ganz anders sein. Vielleicht kommen ja da die Limikolen…


Winter


Führung zur Mustervogelfutterstelle im Botanischen Garten

(Foto: Annelore Schneider)
(Foto: Annelore Schneider)

Für den 7. Januar hatte die Kreisgruppe Erlangen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) anlässlich der „Stunde der Wintervögel“ in den Botanischen Garten eingeladen, wo der LBV eine Musterfutterstelle eingerichtet hat.

Im weiß verschneiten Gelände begrüßte der Kreisgruppenvorsitzende Dr. Christoph Daniel die erschienenen Interessenten. Die Futterstelle am Eingang des Gartens soll laut Daniel exemplarisch zeigen, wie man Wildvögel sinnvoll füttert. Daneben bietet eine solche Fütterung zugleich eine gute Möglichkeit zur Vogelbeobachtung und- zählung.

Vogelfutter kann in verschiedener Form dargeboten werden. Neben Sonnenblumenkernen, speziellen Futtermischungen oder Fettblöcken sind auch Meisenknödel und Erdnüsse bei den Gefiederten beliebt. Um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden, muss bei der Futterstelle aber unbedingt auf Hygiene geachtet werden. Geeignet sind hier vor allem Futtersäulen und Futtersilos. Daniel ging auf diesbezüglichen Fragen der Teilnehmer ein; dabei bestimmte man auch gleich gemeinsam die an der Musterfütterung erscheinenden Vögel, z.B. Kohl- und Blaumeise, Buchfink, Amsel, Rotkehlchen, Kleiber oder Türkentaube.

Dass die Futterstelle von den Gefiederten besonders gut angenommen wird, liegt auch am Standort: Denn im Botanischen Garten finden sie neben guter Deckung auch ein reiches Zusatzangebot an Samenständen, die über die Wintermonate stehen bleiben.

Menschliche Besucher der Musterfutterstelle können mithilfe einer Fototafel die gefiederten Gäste identifizieren und sich genauer über das Thema „Vögel füttern – aber richtig“ informieren. Die Futterstelle kann noch bis Ende Januar besichtigt werden.

Zum Abschluss nahm der Kreisgruppenvorsitzende die vogelinteressierten Zuhörer noch auf einen kleinen Spaziergang durch den Schlosspark mit.


Biberexkursion

Die Gruppe am Biberdamm, der den Tennenbach zurückstaut. (Foto: Annelore Schneider)
Die Gruppe am Biberdamm, der den Tennenbach zurückstaut. (Foto: Annelore Schneider)
Hier wohnt die Biberfamilie: Die Lage am Ufersaum ist typisch für die Biberburg. (Foto: Annelore Schneider)
Hier wohnt die Biberfamilie: Die Lage am Ufersaum ist typisch für die Biberburg. (Foto: Annelore Schneider)
Durch die unverkennbaren Fraßspuren verrät der Biber seine Anwesenheit. (Foto: Annelore Schneider)
Durch die unverkennbaren Fraßspuren verrät der Biber seine Anwesenheit. (Foto: Annelore Schneider)

Auf überraschend große Resonanz stieß die Biberexkursion in Buckenhof/ Spardorf/ Uttenreuth, zu der die Kreisgruppe Erlangen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) eingeladen hatte. So konnte Dr. Christoph Daniel etwa 70 Teilnehmer begrüßen, die sich für die Aktivitäten des Bibers am Tennenbach interessierten.
Gleich am Ausgangspunkt der Exkursion, dem Durchlass des Tennenbachs unter der Straße am Ortsende von Buckenhof, stieß die Gruppe auf den Damm des Bibers. Mit der geschickt angelegten Sperre aus Ästen sorgt das wasserliebende Tier dafür, dass ein breiter Bereich um den Tennenbach überstaut wird. Dadurch kann der Biber Bäume vom Wasser aus erreichen bzw. Äste und Zweige bequem abtransportieren. Unser größtes einheimisches Nagetier - so Daniel - ist ein vorwiegend nachtaktiver Vegetarier, der durch seinen Körperbau perfekt an das Leben im und am Wasser angepasst ist. Die beschuppte Kelle, Schwimmhäute zwischen den Zehen der Hinterfüße, ein extrem dichtes Fell und eine Öldrüse zum Einfetten der Haare ermöglichen dem Tier das Bewohnen von Gewässern zu allen Jahreszeiten.

Entlang des weiteren Wegs bekam die Gruppe Pässe und Biberrutschen zu sehen, die der Nager zwischen zwei kleinen Weihern und dem Tennenbach angelegt hat. Schließlich gelangte man direkt am Ufersaum zur mächtigen Biberburg, in der das Tier geschützt ruhen kann, da der trockene Kessel nur durch einen Unterwassereingang erreichbar ist.

Auf die Frage nach den Überlebenschancen des örtlichen Bibers schaltete sich der Bürgermeister von Buckenhof, Georg Förster, ein und konnte die Exkursionsteilnehmer aus erster Hand informieren: Inzwischen lebe eine ganze Biberfamilie hier, deren weitere Expansionsmöglichkeiten aber begrenzt seien. Auch werde die anstehende Bebauung des westlich angrenzenden Geländes Veränderungen im Wassserregime mit sich bringen. Zu bedenken sei daneben, dass im Falle eines Hochwassers der Biberdamm einen Pfropf bilden könne. So sei die Zukunft der Biberfamilie am Tennenbach ungewiss. Aktuell laufe eine entsprechende Artenschutzprüfung, um eine menschen- und bibergerechte Lösung zu erarbeiten.

 

Dann gab sich auch noch der Biberbeauftragte der Stadt Erlangen, Wolfgang Maisel, zu erkennen. Er steuerte mit sichtlicher Begeisterung für „sein“ Tier Informationen zur Wiederbesiedlung Bayerns durch den Biber bei: Nach der Ausrottung im 19. Jahrhundert sorgte die Bayerische Staatsregierung (!) in den 1960-er Jahren zusammen mit dem Bund Naturschutz für die Wiedereinbürgerung der „Burgherren". Aus wenigen Individuen entwickelte sich eine Population von gegenwärtig ca. 16- bis 20 000 Tieren. Die Stadt Erlangen beherbergt dabei acht Reviere mit knapp 30 Tieren. Bei allen auftretenden Konflikten hinsichtlich Schäden an Obstbäumen und Feldfrüchten bzw. Dämmen und Teichanlagen sei es aber doch auch faszinierend, wenn ein Stück Wildnis in unsere von Menschen dominierte Welt zurückkomme. Außerdem gestalte der Biber Lebensräume für eine Vielzahl anderer Tier- und Pflanzenarten wie Libellen oder das Pfeilkraut.

Letze Station der informativen Veranstaltung war ein gefällter Baum, an dem sich besonders gut die sanduhrartig gestaltete Fällkerbe mit den Zahnspuren des Nagetiers studieren ließ. Biber können mit ihren ständig nachwachsenden Zähnen Bäume mit bis zu 80 Zentimeter Durchmesser fällen, wobei der Kaudruck der Kiefer sechsmal so hoch wie beim Menschen ist. Der jährliche „Holzbedarf“ – eigentlich hat es der Biber auf die Rinde abgesehen – von etwa 4000 Kilogramm macht zusätzlich deutlich, dass das "Minirevier" am Tennenbach vielleicht nur auf Zeit besteht.

Insgesamt zeigten die Fragen der Teilnehmer, wie groß die Neugierde auf ein Wildtier ist, das mitten unter uns versucht, eine Nische zum Leben zu finden.

 

 

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